Start Gebrauchtberatung Etwas übergewichtig aber gute Typen: Mittelklasse-Cruiser

Etwas übergewichtig aber gute Typen: Mittelklasse-Cruiser

Mit „nur“ 50 PS kämpfen sich gut und gerne 5 Zentner ab, und wer gerne sehr zügig unterwegs ist, dem zeigen wenig kraftvolle Bremsen, teilweise geringe Schräglagenfreiheit und häufig schwammige Fahrwerke schnell die Grenzen der Fahrphysik auf. Und wir reden hier nicht von Oldtimern aus den 60ern. Es sind Bikes aus diesem Jahrtausend.  Und es ist ihren Fahrern egal. Denn worauf es Ihnen ankommt ist nicht die Zeit bis in „Ziel“ es ist das „wie“. Genau dies ist die richtige Einstellung, denn wer das Cruisen jemals richtig begriffen hat, der lässt Raser, Heizer und andere Stresser gelassen an sich vorbei ziehen und „cruist“ stattdessen genüsslich durch die Landschaft. Frisch poliertes Chrom, breiter Lenker und bequeme Sitze – das ist das was Cruiser-Fans begeistert. 

Die 4 hier vorgestellten Bikes sind allesamt ideal für das cruisen geeignet. Letztlich ist es aber der persönliche Geschmack der entscheidet. (jj)

Suzuki VZ 800 Marauder – ab 2.000€

Suzuki VZ 800 Marauder by Addvisor

Obwohl die VZ 800 Marauder so ziemlich jeden Vergleichstest mit Pauken und Trompeten vergeigt hat, verkaufte sich dieses Motorrad bereits im ersten Modelljahr 2750 Mal. Es muss also Gründe geben warum sie doch so beliebt war. Zum einen brach ihre freche Form mit dem Chopper- und Cruiser-Einerlei ihrer Zeit. Zum anderen war sie rund 3000 Mark günstiger als der Platzhirsch Kawasaki VN 800. Und außerdem ist ihr Motor ein richtig ehrlicher Kumpel, der dort, wo es beim Cruisen darauf ankommt – nämlich im eher unteren Drehzahlbereich – auch durchaus etwas beschickt. Aufs Herz kommt es eben an. Und genau das hat die Marauder zu bieten und genau das spricht sie bei ihren Fans auch heute noch an. Preislich geht es bei den Standart-Modellen bis an 4.000€ ran – die meisten VZ’s haben wenig Kilometer auf der Uhr. Zum Cruisen jedenfalls verführen der ellenlange Radstand und die aufrechte Sitzposition auf dem breiten, komfortablen Fahrersessel. Und bei den Einstiegspreisen bleibt genügend Spritgeld für das Cruisen übrig.

Kawasaki VN 800 Classic – ab 3.000€

Kawasaki VN 800 Classic by Cyyber1

Böse Zungen behaupten, die VN 800 Classic sei ein Fat-Boy-Klon. Und optisch haben sie damit sogar recht. Nur, dass die VN 1996 gerade halb so viel kostete wie ein echter Milwaukee-Twin. Und der V2 fast schon ein Sporttwin ist: Denn fahrdynamisch braucht sich der Nippon-Cruiser nicht zu verstecken. Der Motor schüttelt seine Kraft ganz lässig aus dem Ärmel, ist dabei ausgesprochen drehfreudig und lässt im Zweifel auch eine schärfere Gangart zu. Fahrwerk und Bremsen sind auf der Höhe ihrer Zeit, das Federbein ist allerdings eher von der härteren Sorte. Ein kleines Manko ist die Kupplung, denn sie trennt beim Kaltstart schlecht. Im Laufe der Bauzeit änderten die Ingenieure zweimal die Position des Kennzeichens. Sonst aber nichts. Das ist ein gutes Zeichen. Auf dem Gebrauchtmarkt finden sich Modelle ab 3.000€ bis 5.000€. Wie in dieser Klasse üblich auch mit wenigen KM und im gepflegten Zustand. 

Triumph America – ab 5.000€

Triumph America by NickProg

Die britische Version von Cruising. Die America ist ein Motorrad bei der auch Nicht-Motorradfahrer gerne stehen bleiben und das blitzende Chrom bestaunen. Triumph ist auch eine Marke die überraschend vielen Ahnungslosen ein Begriff ist. Es war mutig, dass Triumph für die Saison 2002 ihren ersten Cruiser mit Parallel-Twin präsentierte. Dieser Mut wurde aber von der CruiserSzene nicht honoriert. Un das obwohl der Vierventiler einwandfrei funktioniert und mit rund 60 PS innerhalb der Klasse sogar am kraftvollsten zupackt. Aber die Verkäufe hielten sich hierzulande in Grenzen. Doch wer sich in der Mittelklasse für die Engländerin entscheidet, fährt wirklich individuell. Und gut, denn die America bewegt sich für ihr (im Vergleich gar nicht so hohes) Gewicht angenehm leichtfüßig. Das Angebot ist sehr überschaubar, die America ist eine Exotin in dieser Klasse. 

Harley Davidson Sportster 883 – ab 5.000€ 

Harley Davidson Sportster 883 by Abhijit.Thakur

Von 1957 bis 1985 war sie ein Fall für US-affine Liebhaber mit ausgeprägten Schrauberkenntnissen. Doch der Wechsel vom gusseisernen Shovel- zum komplett neuen, endlich vollgasfesten Evolution-Motor machte die Sporty ab Ende 1985 massentauglich. Selbst über 20 Jahre alte Maschinen werden häufig noch sehr hochpreisig angeboten. Aber es finden sich problemlos gute Angebote ab Baujahr 1999 um die 5000 Euro. Selten mit sehr hohen Laufleistungen. Das empfehlenswerte Jubiläumsmodell von 2003 etwa findet sich mit unter 20 000 Kilometern für knapp über 5000 Euro in den Annoncenteilen, topgepflegte Maschinen aus erster Hand der Baujahre 2004 und jünger mit weniger als 10 000 Kilometern für unter 6000 Euro. Bei neueren Gebrauchten machen Profiverkäufer meist die besseren Angebote. Die Nachfrage ist hoch, die Preise sind es generell aber auch. Man darf nicht vergessen das die aktuellen Modelle neu bei gut 10.000 anfangen.