Start Kultbikes Enduro? Die Yamaha XT 500

Enduro? Die Yamaha XT 500

Mitte der 70er Jahre stellte Yamaha die XT 500 vor und machte den Begriff „Enduro“ so der breiten Öffentlichkeit bekannt. Zumal sie als erstes Serienbike „Enduro“ auf dem Seitendeckel trug. Die Erfolge bei der Rallye Paris-Dakar sorgten ebenfalls für steigende Popularität. 

Ab 1977 wurde die XT 500 mit anderer Auspuffanlage und durch einen geänderten Ansaugstutzen auf 20 kW (27 PS) gedrosselt offiziell nach Deutschland importiert. Als Gründe für diese Maßnahmen wurden die Geräuschentwicklung sowie mangelnde Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten aufgrund der Rahmengeometrie und der nicht für Autobahngeschwindigkeiten geeigneten Stollenbereifung angegeben. Wesentlich für die Leistungsreduzierung war aber auch die Abschaffung der hubraumorientierten Versicherungseinteilung und die Einführung von Versicherungsklassen nach Motorleistung. Dadurch lag die XT mit ihrer Leistung von 33 PS nur knapp oberhalb der neuen Klasse bis 27 PS und wäre ohne Drosselung ungünstig eingeordnet worden. 

Der XT 500-Motor bewährte sich und wurde fast identisch in der SR 500 verbaut. Daher ist es auch möglich die XT 500 mit einem Teilegutachten für die SR 500 legal auf die offene Leistung von 34 PS umzurüsten.

Aufgrund des Erfolgs der XT 500 kam es bald zu einem „Wettrüsten“ der japanischen Hersteller, etwa durch die Verwendung anderer Hinterradaufhängungen sowie von Vierventil-Motoren mit größerem Hubraum und/oder höherer Leistung. Trotz oder gerade wegen dieser Konkurrenz behielt die klassische XT 500 aufgrund der simplen und zuverlässigen Technik viele Anhänger und wurde bis 1989 weiter gebaut, wobei sie sogar ihr Nachfolgemodell mit Vierventilmotor, die Yamaha XT 550 sowie mehrere Generationen der Yamaha XT 600 überdauerte. (jj)