Start Kultbikes Darf es ein bisschen mehr sein? Benelli 750 Sei

Darf es ein bisschen mehr sein? Benelli 750 Sei

Die Benelli 750 Sei war das erste serienmäßig hergestellte Sechszylinder-Motorrad.

Der Unternehmer Alejandro de Tomaso hatte Benelli 1971 gekauft und die Entwicklung der Sei vorangetrieben. Mit Konstrukteuren aus der ehemaligen Benelli-Rennabteilung wurde die „Sei“ entwickelt. Sie erweiterterten den Vierzylindermotor der 1973 erhältlichen Benelli 500 Quattro durch Hinzufügen von zwei Zylindern. Laut Wikipedia wurden 3200 Benelli 750 Sei gebaut und davon etwa 300 in Deutschland verkauft. 

Der in den Rahmen quer eingebaute 620 mm breite Motor hatte eine obenliegende Nockenwelle mit Kettenantrieb. Der Primärantrieb lief über eine Zwischenwelle und der Generator saß hinter dem Zylinderblock. So wurde der Motor 620 mm breit, also schmaler als ein BMW-Boxermotor. Das Gemisch wurde von drei 26-mm-Dell’Orto-Vergasern aufbereitet, die je zwei benachbarte Zylinder über gegabelte Saugrohre versorgten. Die Leistung der 750er betrug nur 63 PS (46 kW), das maximale Drehmoment von 55,9 Nm wurde bei 4000 min erreicht. Ursprünglich waren 29-mm-Vergaserdurchlässe vorgesehen, die 75 PS (55 kW) Leistung ermöglicht hätten, doch ließen sich damit die deutschen Abgasvorschriften nicht einhalten. Die 75 PS-Version wurde überwiegend in die USA ausgeliefert. Mit dem Modelljahr 1977 wurden 24-mm-Vergaser verwendet, die nun eine Leistung von 58 PS (43 kW) boten. Auf der anderen Seite des Motors sang und klang die 6-in-6-Auspuffanlage; links und rechts wurden jeweils drei Auspuffrohre geführt. Der Doppelschleifenrahmen mit 38er Marzocchi Telegabel und zwei Sabac-Federbeinen sorgen für sportlichen Fahrkomfort. 

Mit dem Gewicht von 250kg war sie sogar leichter als Hondas oder Kawasakis 6-Zylinder-Bikes. Die Bewertungen und Tests waren sehr positiv. Die Fahrer gaben an, dass es sehr ausgeglichen und leicht zu fahren sei.

Die Ingenieure von Benelli verpassten dem Motor später ein Upgrade durch Erhöhen der Zylinderbohrung und des Hubs auf 916 ccm. Dies führte zu 81 PS. Optisch ging es mit der Mode von damals und wurde etwas “quadratisch” und leihte sich die Verkleidung dem Regal der Schwesterfirma – einer Moto Guzzi Le Mans.

Damals kostete die Sei über 10.000 DM – ein Top restaurierte wird heute um 10.000 Euro gehandelt. (jj)